Aktuelles

Horst Bingel

Winterstimmung


Dunkel ist der Tag,
an dem die schwarzen Schwäne nach Süden
       fliegen.
Da die Wolken schweigend ihren Flug
       begleiten,
und sie die Schwingung ihrer Flügel
in den Himmel schreiben.

Das Bild verschluckt die Nacht,
als öd die Sonne untergeht,
und grau der Abend – sich herniederneigt,
der Reif die Gräser
früh zur Erde beugt.

 



Liebe Literaturfreunde,

in diesen angespannten Corona-Tagen wage ich weder sehr fröhliche noch kritische Weihnachtsgrüße zu verschicken. Also nehmen wir doch einfach die Tatsache auf, dass es schon früher dunkle Winterstimmungen gab, und genießen aktuell, was wir genießen dürfen. Die Horst Bingel-Stiftung wünscht allen ein entspanntes Weihnachtsfest und gute Hoffnung für 2021!

Herzliche Grüße,
Barbara Bingel

 

Horst Bingel-Preis für Literatur 2020

Maren Kames, Karosh Taha und Lea Schneider erhalten den Horst Bingel-Preis für Literatur 2020

Der Horst Bingel-Preis für Literatur prämiert Werke aus den Gattungen der »kleinen Form«, womit der Arbeitsgenres von Horst Bingel - Lyrik, Erzählung, Kurzprosa und Aphorismus - gedacht wird. Literarische Qualität soll im Schaffen der Ausgezeichneten mit gesellschaftspolitischem Engagement vereinbart sein. Der Preis wird im Abstand von zwei Jahren vergeben.

Die Förderer, das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst und die Stadt Frankfurt, ermöglichten 2020 der Horst Bingel-Stiftung für Literatur e.V., den Preis neu zu gestalten. Es können bis zu drei Preise vergeben werden, die jeweils mit 4.000,- Euro dotiert sind. Sie werden den Preisträgerinnen für ihr bisheriges Schaffen zuerkannt.

Maren Kames, zuletzt »luna luna« (2019), erhält den Preis für ihre in der Form überraschende und im Inhalt facettenreiche Lyrik. Karosh Taha, zuletzt »Im Bauch der Königin« (2020), zeichnet sich durch die kritische und zugleich hoch emphatische Beobachtung unserer Gesellschaft aus. Lea Schneider, zuletzt »made in china« (2020), hat für sich die neue Form der »Gessays« geschaffen, in der sie ihr interkulturell geprägtes Wissen über China in poetischen Denkstrukturen vermittelt.

Die Jury, bestehend aus Ulrike Almut Sandig, (Bingel-Preisträgerin 2018), Hans Sarkowicz (Hessischer Rundfunk), Björn Lauer (Gastjuror, Hugendubel Frankfurt), Dr. Wolfgang Schopf (Literaturarchiv der Goethe-Universität Frankfurt) und Barbara Bingel (Horst Bingel-Stiftung für Literatur) hat sich am 30.10. 2020 einstimmig für die drei Preisträgerinnen entschieden.

Eine Feier mit Übergabe der Urkunden, Lesungen und hoffentlich viel Öffentlichkeit wird es in der Zeit nach dem Teillockdown in Frankfurt am Main geben.