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Aktuelles

Der Horst Bingel-Preis für Literatur 2026

Der Horst Bingel-Preis für Literatur 2026 geht an:

Henning Ahrens, Daniela Danz und Tom Schulz

Mit dem Preis werden Arbeiten in der »Kleinen Form« gewürdigt (Lyrik, Erzählung, Kurzprosa, Essay, Reportage oder Blog), deren literarische Qualität auch als gesellschaftliches Engagement zu lesen ist. In diesem Jahr gibt es zum ersten Mal drei Lyrikpreise.

Die diesjährigen Preisträger:

Henning Ahrens wurde 1964 als Sohn eines Landwirts in Peine geboren. Er studierte Anglistik, Geschichte und Kunstgeschichte in Göttingen, London und Kiel und wurde mit einer Arbeit über John Cowper Powys promoviert. Er schreibt Lyrik und Prosa und wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Nicolas-Born-Preis und dem Friedrich Hebbel-Preis. Außerdem übersetzt er aus dem Englischen.

Während seine Romane der fantastischen Literatur zugerechnet werden, erinnern seine Gedichte häufig an Naturlyrik, sind aber keineswegs von Sehnsucht nach einer Idylle geprägt. So stößt in seinem jüngsten Band »Inventur eines Dinosauriers« das Individuum auf der Suche nach seiner Verortung auf gegenwärtige gesellschaftliche Verwerfungen. Dabei treffen wir auf eine rhythmisierte Sprache, so elegant wie beweglich, deren Formstrenge keine Experimentierfreude hemmt, und die mit akrobatischen Wendungen und rätselhaften Wortschöpfungen überrascht.

Daniela Danz, wurde 1976 in Eisenach geboren. Sie studierte Kunstgeschichte und Germanistik in Tübingen, Prag, Berlin, Leipzig sowie Halle und wurde über „Krankenhauskirchenbau in der Weimarer Republik“ promoviert. Sie leitete bis 2020 das Schillerhaus in Rudolstadt und hatte zahlreiche Poetik-Dozenturen inne. Sie ist Vizepräsidentin der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz und leitet seit 2021 den Bundeswettbewerb „Demokratisch Handeln“. Ihr Werk umfasst Lyrik, Prosa, Essays und Libretti.

Ihre Lyrik ist geprägt von den klassischen Traditionen der Gattung, die sie zu neuen Formen hin aufbricht. In rückbezüglicher wie zukunftsgewandter Sprache erfasst sie poetisch die Themen der Zeit. Ihre dichterischen Diagnosen zur deutschen Geschichte und Gegenwart stehen, wie in ihrem jüngsten Gedichtband »Portolan«, im Kontext des Weltgeschehens:  Weckruf für eine Menschheit, deren Selbstüberschätzung zu Selbstzerstörung führt, ob in Kriegen, Natur- oder Klimakatastrophen.

Tom Schulz wurde 1970 geboren und wuchs in Ost-Berlin auf. Er ist freier Autor, der sich sein Überleben zunächst mit zahlreichen Jobs in der Baubranche sicherte. Er schreibt Lyrik und literarische Reportagen, ist Übersetzer, Kritiker und Herausgeber. Er lehrte „Kreatives Schreiben“ an der Literaturwerkstatt Berlin und ist seit 2018 Dozent an der Universität Köln. Er wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem H. C. Artmann-Stipendium in Salzburg und dem Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds Darmstadt.

In Tom Schulz‘ Gedichten kreuzen sich persönliche und familiäre Reflexionsstränge mit den Bruchlinien deutscher Geschichte und der Erfahrung des eigenen Körpers. In seinem jüngsten Band »Salz und Erinnern« erscheint die Vergangenheit nicht als abgeschlossen, sondern wirkt in Sprache, Individuum und Landschaft fort. Präzise, eindringliche Bilder führen von Verletzungen zu Fragen nach deren Vergegenwärtigung und eventueller Heilung. So wird Geschichte nicht festgeschrieben, sondern in ihrer poetischer Artikulation zur unmittelbaren Erfahrung.